Willkommen auf dem Blog über meinen Nebenberuf als Sprengberechtigter (“Sprengmeister”) und den in diesem Themenumfeld verbundenen Themen über Explosivstoffe, Pyrotechnik und Spezialeffekte für Film und Fernsehen (SFX)

David Domjahn

Über diesen Blog und meinen Job als nebenberuflicher Sprengmeister

Ausbildung und Qualifikation als Sprengmeister seit 1996 im THW

In der Hansestadt Karlsruhe geboren und dort aufgewachsen, verfüge ich seit 1996 über eine sprengstoffrechtliche Befähigung nach § 20 Sprengstoffgesetz und seit 2012 über eine Erlaubnis nach § 7 SprengG zum Umgang mit Sprengstoff. Damit kann ich als Sprengberechtiger gewerblich Projekte, wie beispielsweise eine Sprengung entweder selbst durchführen oder dort auf Anforderung von Sprengunternehmen unterstützen.

Meine Ausbildung zum Sprengberechtigten erfolgte durch die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW), bei der ich seit meiner Jugend in meiner Freizeit ehrenamtlich mitwirke. Seit vielen Jahren bin ich dort nun als Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im THW-Ortsverband Karlsruhe für die Pressearbeit zuständig. Hierzu gehört auch die Betreuung der Social-Media-Auftritte, wie beispielsweise unsere Seite auf Instagram. Die Berufsbezeichnung “Sprengmeister” gibt es übrigens nicht, da es sich bei dieser Ausbildung um eine berufliche Zusatzqualifikation handelt. Aber nicht um Ausbildungsberuf mit der Möglichkeit der Erlangung eines Meistertitels.

Befestigung Sprengladung durch Sprengmeister
Befestigung einer Sprengladung an eine Wand anlässlich einer THW-Ausbildung

Auf gewerblichen Wiederholungs- und Sonderlehrgängen, die ich selber bezahle, bilde ich mich regelmäßig fort. Die Teilnahme an der jährlichen Tagung des deutschen Sprengverbandes in Siegen ist für jeden Sprengmeister aufgrund der qualitativ hochwertigen Vorträge Pflicht.

Ehrenamtliches Engagement ist das Kit unserer Gesellschaft

Seit meiner Jugend bin ich ehrenamtlich und damit unbezahlt neben meines damaligen Chemiestudiums und jetzigem Berufsleben engagiert. Ehrenamtliches Engagement halte ich unerlässlich für eine individuelle Teilhabe, gesellschaftliche Integration, Wohlstand, das kulturelle Leben, stabile demokratische Strukturen und soziale Bindungen.

Im Rahmen meiner Tätigkeit im THW habe ich das Internetportal HelfenKannJeder.de ins Leben gerufen. Das Ziel dieses Ehrenamtsportal, für das der baden-württembergische Innenminister die Schirmherrschaft übernommen hat, ist die Gewinnung von neuen ehrenamtlichen Mitmachern für Einsatzorganisationen, wie beispielsweise Feuerwehr, DLRG, Rettungsdienst, usw.

Mit dem Helf-O-Mat dort (vielen Dank an Valentin und Thomas für die Programmierung!) erhält man gemäß seinen Präferenzen und Betätigungswünschen mit wenigen Mausklicks entsprechende Möglichkeiten vorgeschlagen, wo man sich in der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr freiwillig engagieren kann.

Was viele nicht wissen: der Brand- und Katastrophenschutz in Deutschland basiert maßgeblich auf freiwilligem Engagement. Nur in Städten ab 100 000 Einwohnern ist eine Berufsfeuerwehr gesetzlich vorgeschrieben.

Messestand auf der Interschutz
Unser ehrenamtlich betriebener HelfenKannJeder-Stand auf der Weltleitmesse für Brand- und Katastrophenschutz, der INTERSCHUTZ 2015 in Hannover

Beruf: Planung von IT-Datennetzen

Nach und während meines Chemiestudiums an der Uni Karlsruhe (jetzt KIT) war ich einige Jahre lang zum Beispiel als Seminarleiter tätig. Hier habe ich bei Banken und Kunden in zahlreichen europäischen Städten im Themenumfeld Cisco zertifizierte Seminare zum Thema Netzwerktechnik geleitet. Seminarleitung bedeutet, 100 % der Zeit 100 % Leistung zu geben. Nun weiß ich, was Lehrer leisten. Im Gegensatz zu diesen hat Erwachsenenbildung den angenehmen Nebeneffekt, vorwiegend am Thema interessierte Teilnehmer zu unterrichten.

Mit einem THW-Kollegen haben wir 1998 unserer erstes Unternehmen gegründet. Die telematis Netzwerke GmbH berät Behörden und Großunternehmen in Netzwerkarchi­tekturfragen. Für die Deutsche Bahn AG planen wir beispielsweise das IP-Netzwerk zur Digitalisierung der Leit- und Sicherungstechnik. Auch IT-Sicherheits­lösungen gehören zu unserem Dienst­leistungsspektrum.

Gründungserfahrungen angefangen von der GmbH bis zur Aktiengesellschaft sind vorhanden. So stellt beispielsweise die von uns mit gegründete Altenis GmbH Frontplatten und Typenschilder im speziellen Untereloxaldruckverfahren her. Oder Visitenkarten aus Aluminium. Zum Firmengründen gehört auch aber auch das Scheitern dazu. So waren wir im Wirtschaftstief 2009 nicht in der Lage, selbst entwickelte e-Procurement-Lösungen zu vertreiben und mussten die Aktiengesellschaft aufgeben. Dafür sind die anderen von uns mit gegründeten Unternehmen bis heute aktiv. Unserer zuletzt gegründetes Unternehmen, die synektik Media Solutions GmbH, bietet Dienstleistungen im Umfeld der Unternehmenskommunikation an. Aber auch Beratungsleistung für Krisenkommunikation wird ab und an angefragt. Kurzum: langweilig ist mir noch nicht. Neuen und spannenden Projekten bin ich jedoch immer aufgeschlossen.

Die folgene Galerie gibt einen kleinen Überblick über unser Firmenumfeld:

Status: Zufrieden

Beruflich und privat bin ich ganz zufrieden und distanziere mich ausdrücklich von extremistischem Gedankengut jeder Art. Nicht nur aus meiner ehrenamtlichen Tätigkeit beim THW habe ich nach einem Einsatz im Bürgerkriegsgebiet in Somalia eine andere Einstellung zum Leben erhalten. Denn dort hatten wir 1993 im Auftrag von UNICEF in der Küstenstadt Boosaaso auch Trinkwasserbrunnen rehabilitiert. Folglich konnte die Sterblichkeitsrate der dortigen Flüchtlinge gesenkt werden. In dieser unwirtlichen Umgebung begegneten wir täglich Menschen, die nicht wussten, wie sie ihre Kinder am nächsten Tag ernähren können.

Ein Auslandseinsatz prägt für das Leben

Ein Einsatz im Ausland potenziert das Leben. Er erfordert andere Vorgehensweisen und bringt eine andere Sicht auf vieles. In Somalia habe ich Menschen erlebt, die ihre einzige Ziege zu schlachten, um ein Essen für uns Gäste, die als Helfer gekommen waren, zuzubereiten.

Das macht das Leben größer. Und kann, von hier aus in Deutschland nachträglich auf den Einsatz im Ausland und die dortigen Menschen zurückblickend, die Ängste und die Sorgen, die unser Leben in Deutschland mit sich bringt, nehmen. Dies in der Erkenntnis, wie winzig die eigenen Probleme im Vergleich zu denen anderer Menschen teilweise sind.

So bleibt es leider nur beim Wunsch, dass so mancher Wutbürger die selbe Erkenntnis wie ich vor Ort im Krisengebiet gewinnt.

Angesichts dessen erscheinen mir die in letzter Zeit verstärkt wahrgenommenen Bestrebungen zur Beseitigung von freiheitlich-demokratischen Grundordnungen geradezu surreal.

Warum ist das so? Der Philosoph Peter Sloterdijk ist sich in einem meiner Meinung nach sehr lesenswerten Gespräch mit blick.ch sicher, dass wir “extrem verwöhnt und unpolitisch” geworden sind. “Die Politik hat sich in den Augen vieler Wähler in ein Unterhaltungsprogramm verwandelt. Wird dieses nicht mehr als befriedigend wahrgenommen, wechselt man den Sender”, sagt der Karlsruher Buchautor. Mit seinen Beiträgen und Büchern hat er in Deutschland zahlreiche Debatten ausgelöst.

In den sozialen Medien finden sich zudem haarsträubende Kommentare, wonach wir beispielsweise in einer Diktatur leben würden. Und dies anscheinend nur, weil sie derzeit nicht Party machen können oder eine Maske zum Schutz anderer tragen müssen. Währenddessen kämpfen viele Menschen in aller Welt um ihr Leben, bangen um ihre berufliche Existenz. Ärzte, Krankenpfleger arbeiten teilweise über 12 Stunden am Tag bis zum Umfallen. Und meine Kollegen von Feuerwehr, Rettungsdienst und der Polizei bringen sich selbst in Gefahr. Was mir an solchen Meinungen aufstößt, ist das offensichtlich zur Schau getragene Desinteresse an dem Sterben und Leiden in aller Welt. Es entsteht derzeit eine seltsame Kälte.

Aber nun bin ich etwas abgeschweift vom Thema.

Freiheit aushalten
Wie sich Freiheit aushalten lässt, zeigt sich mit einem Gramm Sprengstoff.

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